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Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche (Mabon) um den 21. September |
Die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche ist der Tag, an dem die Sonne vom Sternbild der Jungfrau in die Waage übertritt.
Sie steht jetzt rechtwinklig über dem Äquator. Das bedeutet für uns, daß Tag und Nacht gleich lang sind. Im Gegensatz
zu Ostara wandert sie jetzt jedoch nach Süden, und so werden von nun an die Nächte immer länger, bis sich ihr Weg
an Jul wieder umkehrt. Zeitlich liegt dieser Wendepunkt der Sonnenbahn zwischen dem 19. und 23. September. Die
Ernte ist nun nach harter Arbeit für den Winter eingelagert und die Menschen bedanken sich bei den Göttern mit
Opfergaben. Man feiert die Fruchtbarkeit der Erde und die Fülle der Ernte. Zu diesem Fest wird traditionell die
Erntekrone gebunden, sie ist das Symbol des Tages. Abends werden Feuer angezündet und Met oder Wein getrunken.
Das traditionelle Kartoffelfeuer ist ebenfalls ein alter Brauch. Man verbrennt das Kartoffelkraut auf den Feldern
und röstet einen kleinen Teil der geernteten Kartoffeln in der heißen Asche. In der Mythologie ist die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche der Zeitpunkt des Kampfes der Könige. Der alte Sonnengott wird von seinem jüngeren Zwillingsego, dem Gott der Dunkelheit, getötet. Die Göttin steigt in die Unterwelt hinab, um sich um die Seelen der Verstorbenen zu kümmern. Die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche (im keltischen Bereich »Mabon« genannt) ist das zweite Erntedankfest des Jahres. Wir schmücken daher unseren Altar mit Herbstfrüchten, Blättern, Blumen und Getreide. Da sich das Ende des Jahres jetzt sichtbar ankündigt, gilt unser Dank nicht nur der Erde für ihre Fruchtbarkeit, sondern auch all dem, was wir persönlich für uns »ernten« konnten. Wir können z.B. im Ritual ein Band weben oder flechten, in das wir für jedes für uns wichtige Ereignis des vergangenen Jahres einen passenden Gegenstand mit einflechten. Diese Arbeit läßt sich soweit fortsetzen, daß wir auch für die Dinge, die wir uns noch erhoffen, entsprechende Symbole mit in das Band einarbeiten. Diese Dinge werden dadurch in unser Leben »hineingewebt«. Wir meditieren dann über unser fertiges Band, legen es anschließend mit auf den Altar und hängen es nach der Feier irgendwo auf, wo wir es oft sehen. Wir können auch im Kreis über das Jahr meditieren, und uns vor Augen führen, was gut gelaufen ist, was weniger gut und was geerntet werden kann. Wir trennen dabei die Spreu vom Weizen und visualisieren schließlich einen Brunnen, in den wir alles Unnötige werfen. Danach verschließen wir ihn fest und dauerhaft. Wir bedanken uns bei dieser Gelegenheit für gelungene Vorhaben oder für neu Erlerntes, auch wenn es schmerzhaft war. Die Sonne steht in der Waage und alles wird gemessen und gewogen. Wir sollten auch den Dank für Schutz und Begleitung durch die Mächte, die wir während unserer Rituale angerufen haben, nicht vergessen. Zwischen der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche und Ostara ist die beste Zeit für nach innen gerichtete Magie. Sprüche und magische Rituale, die unsere innere Kraft stärken, haben jetzt eine viel mächtigere Wirkung als während der hellen Jahreszeit. Wir können nun unsere Kraft darauf verwenden, uns von lästigen Angewohnheiten und emotionalem Ballast zu trennen. Anläßlich dieses Festes sollten wir daher nicht vergessen, ein Ritual für unser inneres Gleichgewicht durchzuführen. Jetzt kommt auch wieder die ideale Zeit, um magische Gegenstände zu sammeln, aus denen wir dann Amulette, Traumfänger und Talismane herstellen. Traditionell werden zum Fest die Gelübde der Hexen erneuert. Es empfielt sich daher, daß alle gemeinsam noch einmal den Eid bekräftigen, der anläßlich der Initiation geschworen wurde. Dies ist auch der Tag, an dem seit alten Zeiten die Hexenbesen hergestellt werden. Besen, die zur Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche gebunden und geweiht worden sind, haben eine besondere Kraft. Wir sollten auch den Brauch beachten, an diesem Tage den Kessel und die Ritual-Utensilien zu reinigen und sie mit neuer Kraft aufzuladen.
Um den Dankcharakter des Festes zu unterstreichen, backen wir rechtzeitig vorher kleine Brote in Form der Gottheiten.
Diese können wir dann in einem rituellen Mahl verzehren und auch den Elfen und dem kleinen Volk etwas davon abgeben.
Aber dies Fest dient nicht nur dem Dank für die Ernte der Feldfrüchte, sondern auch der Weinernte. Daher sollten wir
unbedingt Pan oder Dionysos einladen. Wir können die Ernte genießen und in vollen Zügen feiern. Zur Räucherung nehmen wir Eichenmoos, Zeder, Beifuß, Myrrhe, Salbei und Schwertlilie.
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