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Die Rauhnächte 25. Dezember - 5. Januar |
Die Rauhnächte (mancherorts auch »Zwölfer« oder »Zwischen den Jahren« genannt) beginnen mit der Nacht vom 25.12. auf den 26.12. und enden in der Nacht vom 5.1. auf den 6.1. Sie stellen keinen eigenständigen Sabbat dar, sondern sind eher ein Anhang des Yulfestes. Wie wir weiter unten sehen werden, sind diese Tage jedoch für Hexen von besonderer Bedeutung. Diese zwölf Tage sind die Zeitdifferenz zwischen dem Mondjahr der alten Naturreligionen (354 Tage) und dem Sonnenjahr der Ackerbau-Kulturen (365 Tage). Da man mit diesen Tagen nichts anzufangen wußte, hat man sie einfach abgefeiert. Es ist die Zeit, in der alles stillsteht, die Zeit des Übergangs!
Nach alter Überlieferung hielten die Hexen in diesen Tagen ihr Gericht ab und klagten insbesondere Geschäftsleute und
Bauern an, die sich eines Vergehens gegen Mensch, Tier oder Natur schuldig gemacht hatten. Besonders im süddeutschen Raum
sollen (vornehmlich weibliche) Dämonen während der Rauhnächte ihr Unwesen mit wilder Fahrt durch die Lüfte treiben
(Percht, Truden). Sie haben es dabei besonders auf andere Frauen abgesehen. Andererseits schlagen sie mit ihren
»Lebensruten« vor allem auf junge Mädchen ein, um Fruchtbarkeit, Glück und Segen zu bringen. Man kann einen Yul-Scheit (eine dicke Eichenwurzel) in den Kamin schieben, und läßt ihn während der gesamten zwölf Rauhnächte von Weihnachten bis zum Dreikönigsfest brennen. Das Feuer entfacht man mit verschiedenen Überbleibseln aus dem vergangenen Jahr, die man eigens für diesen Zweck aufbewahrt hat. Die Asche wird später auf den Feldern verstreut. Es ist auch üblich, ein Gebet mit der Bitte um Gesundheit und Erfolg, Liebe und Freude für die kommenden zwölf Monate aufzuschreiben und ins Feuer zu werfen oder ein Symbol für die Dinge zu verbrennen, die man loswerden will. Die Geister der Rauhnächte nehmen alles mit, was wir »über Bord« werfen. So kann etwas Neues entstehen.
Das wichtigste an den Rauhnächten für uns Hexen ist, daß diese Nächte Schicksals- und Orakelnächte sind. Sie sind
besonders geeignet für Liebesorakel, die Bräutigamsvorschau, Weissagungen und alle Rituale, die auf Zukünftiges
gerichtet sind. Ähnlich wie zu Halloween sind jetzt die trennenden Schichten zwischen den Dimensionen besonders
dünn, jedoch diesmal für ganze zwölf Tage! Daher sind Rituale, die den Kontakt zu den Ahnen herstellen, jetzt besonders
erfolgreich.
Die den Rauhnächten zugeordnete Pflanze ist der Beifuss. Er dient nicht nur zum Würzen des Weihnachtsbratens, sondern
hauptsächlich zum Ausräuchern von Haus und Hof. Folgende Kräutermischung ist besonders beliebt:
Am 6. Januar werden die Häuser nach der letzten Rauhnacht gereinigt und durch Räucherungen alle Geister des vergangenen Jahres verjagt. Die Häuser werden durch magische Zeichen an der Eingangstür geschützt, die auf Erde, Sonne und Mond verweisen (Fruchtbarkeit, Gott und Göttin). Die Hexen stellen ab jetzt für den Rest des Monats hauptsächlich Kerzen her, damit sie zu Lichtmeß geweiht werden können.
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