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| Einen Zauberstab herstellen |
Wenn eine Hexe einen Zauberstab braucht, kann sie nicht einfach in den nächsten Laden gehen und dort einen Stab kaufen. Das klappt nur bei Harry Potter. Da könnte man schon eher bei ebay Erfolg haben. Aber gerade beim Zauberstab gilt: die richtige Hexe stellt sich ihren Stab selbst her (siehe dazu auch unsere Seite zum Thema Hexenwerkzeug). Als erstes stellt sich die Frage nach dem zu verwendenden Material. Man kann hier alles verwenden, was gefällt, sei es Holz, Metall, Glas oder gar Stein. Einzig Kunststoffe sollte man nicht in die engere Wahl ziehen. In der Regel wird die Hexe das Holz wählen, da für die Bearbeitung aller übrigen Materialien Maschinen und Vorrichtungen erforderlich sind, die nur selten im Haushalt zu finden sind. Unter den Hölzern gibt es folgende bevorzugte Sorten zur Herstellung von Zauberstäben:
Nachdem man sich für einen Baum entschieden hat, sollte man in einer Vollmondnacht - nach vorheriger Reinigung und Erdung -
sich dem Baum mit Ehrfurcht nähern und ihn in inniger Zwiesprache bitten, einen Zweig für den beabsichtigten Zweck
herzugeben. Es ist dabei besonders wichtig, ganz genau zuzuhören oder besser gesagt, »zuzufühlen«, was der Baum antwortet.
Er wird der echten Hexe mitteilen, ob er für ihre Zwecke geeignet ist und ob oder wann der richtige Zeitpunkt zum
Schneiden des Zweiges ist. Wenn man es für richtig hält, kann man die Gabe des Baumes mit einem Tropfen eigenen Blutes
bezahlen, den man entweder auf die Schnittstelle reibt oder auf den Boden über den Wurzeln tropfen läßt. Zum Schneiden des Stabes empfielt es sich, ein ganz neues Messer zu nehmen. Das Messer kann anschließend für andere rituelle Zwecke oder magische Arbeiten verwendet werden, aber zum allgemeinen Gebrauch sollte es nicht mehr dienen. Wenn man das Messer nach Herstellung und Bearbeitung des Stabes nicht mehr braucht, sollte es irgendwo vergraben werden. Die Länge des Stabes sollte der Länge des eigenen Unterarms vom Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen entsprechen (1 Elle). Er sollte etwa daumendick sein. Ein frisch geschnittener Ast sollte vor der Weiterverarbeitung gut durchtrocknen. Dies kann bis zu einem halben Jahr und länger dauern. Der Stab wäre nun im Grunde genommen fertig. Zusätzliche Arbeiten an ihm lassen ihn jedoch zu einem ganz persönlichen Stück werden, das durch die Bearbeitung mit der Energie der Hexe aufgeladen ist. Verzierungen und Muster können nach eigenem Belieben und Geschmack ausgewählt werden:
Je nach Verwendungszweck, Tradition und Geschmack wird der Stab, um ihn leitfähiger zu machen, mit Metalldraht verstärkt. Bei einem markhaltigen Ast (Holunder, Haselnuß) durchstößt man das Mark der Länge nach mit einem heißen Kupferdraht, ohne ihn dabei zu spalten. Der Draht verbleibt danach in dem so entstandenen Kanal. Kann man den Stab nicht durchstoßen, ist es genauso wirksam, den Stab spiralig mit Draht zu umwickeln. Hierbei verwenden manche Traditionen auch zweierlei Metallsorten: An der Spitze Eisen für Mars, am unteren Ende Kupfer für Venus. Die Drähte werden an der Stabmitte verbunden, indem man sie auf der Länge einer Windung miteinander verdrillt.
Wer genug Zeit hat, bearbeitet den Stab während die Sonne in einem astrologischen Feuerzeichen steht und dann auch nur bei
Tageslicht. Man kann zum Abschluß auch ein kleines Symbol, das zu einem selbst eine Beziehung hat, einritzen und mit
dem eigenen Blut färben. Dadurch entsteht eine besonders enge Verbindung zu dem Werkzeug. |
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