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Einen Zauberstab herstellen
 

Wenn eine Hexe einen Zauberstab braucht, kann sie nicht einfach in den nächsten Laden gehen und dort einen Stab kaufen. Das klappt nur bei Harry Potter. Da könnte man schon eher bei ebay Erfolg haben. Aber gerade beim Zauberstab gilt: die richtige Hexe stellt sich ihren Stab selbst her (siehe dazu auch unsere Seite zum Thema Hexenwerkzeug).

Als erstes stellt sich die Frage nach dem zu verwendenden Material. Man kann hier alles verwenden, was gefällt, sei es Holz, Metall, Glas oder gar Stein. Einzig Kunststoffe sollte man nicht in die engere Wahl ziehen. In der Regel wird die Hexe das Holz wählen, da für die Bearbeitung aller übrigen Materialien Maschinen und Vorrichtungen erforderlich sind, die nur selten im Haushalt zu finden sind. Unter den Hölzern gibt es folgende bevorzugte Sorten zur Herstellung von Zauberstäben:

Haselnuß: Sie liefert von Natur aus sehr schöne und gerade Zweige, die abgeschnitten eigentlich schon einen fertigen Stab darstellen. Besonders eigenwillige Stäbe erhält man aus dem Holz des Korkenzieherhasels. Haselnußholz liefert überhaupt die besten Zauberstäbe. Dieser Baum wird dem Element der Luft zugeordnet. Er ist daher besonders für Hexen geeignet, die mit dem Element Feuer eher vorsichtig umzugehen pflegen.

Eiche: Sie ist der klassische Lieferant von Zauberstäben, da sie dem Element Feuer und der Sonne zuzuordnen ist. Temperamentvolle und mutige Hexen werden diesen Baum bevorzugen.

Weide: Sie verbindet die vier Elemente und auch die verschiedenen Welten miteinander.

Esche: Besonders geeignet für Rituale zur Heilung von Krankheiten.

Holunder: Er ist dem Saturn zugeordnet und gilt daher als ein besonders wirksamer Stab für Rufungen oder Zitierungen sowie für Beschwörungen von Elementgeistern und Dämonen.

Schlehe: irische Tradition

Eibe: walisische Tradition

Alle Bäume, die vom Blitz getroffen wurden. Sie haben bereits das Feuer in sich und sind mit hohem Energiepotential aufgeladen.

Nachdem man sich für einen Baum entschieden hat, sollte man in einer Vollmondnacht - nach vorheriger Reinigung und Erdung - sich dem Baum mit Ehrfurcht nähern und ihn in inniger Zwiesprache bitten, einen Zweig für den beabsichtigten Zweck herzugeben. Es ist dabei besonders wichtig, ganz genau zuzuhören oder besser gesagt, »zuzufühlen«, was der Baum antwortet. Er wird der echten Hexe mitteilen, ob er für ihre Zwecke geeignet ist und ob oder wann der richtige Zeitpunkt zum Schneiden des Zweiges ist. Wenn man es für richtig hält, kann man die Gabe des Baumes mit einem Tropfen eigenen Blutes bezahlen, den man entweder auf die Schnittstelle reibt oder auf den Boden über den Wurzeln tropfen läßt.
Nach einer anderen Tradition geht man bei Neumond gegen Mitternacht in den Wald. Dort sucht man einen einzeln stehenden Baum oder Strauch, der noch keine Früchte getragen hat. Er sollte einen etwa zwei Zentimeter dicken Zweig haben, der sich an der Spitze gabelt und exakt eine Elle zwischen Anfang und Gabelung mißt. Dieser wird nun mit einer roten Schnur markiert, die dreimal so stramm um den Zweig geknotet wird, daß er ihm den Saft abschnürt. Darauf verlasse man diesen Ort, ohne sich noch einmal umzuschauen. Bei Sonnenaufgang sucht man den Baum erneut auf und schneidet den Stab mit einem einzigen Schnitt ab. Dabei soll man mit dem Gesicht nach Osten stehen, der aufgehenden Sonne entgegen.

Zum Schneiden des Stabes empfielt es sich, ein ganz neues Messer zu nehmen. Das Messer kann anschließend für andere rituelle Zwecke oder magische Arbeiten verwendet werden, aber zum allgemeinen Gebrauch sollte es nicht mehr dienen. Wenn man das Messer nach Herstellung und Bearbeitung des Stabes nicht mehr braucht, sollte es irgendwo vergraben werden. Die Länge des Stabes sollte der Länge des eigenen Unterarms vom Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen entsprechen (1 Elle). Er sollte etwa daumendick sein. Ein frisch geschnittener Ast sollte vor der Weiterverarbeitung gut durchtrocknen. Dies kann bis zu einem halben Jahr und länger dauern.

Der Stab wäre nun im Grunde genommen fertig. Zusätzliche Arbeiten an ihm lassen ihn jedoch zu einem ganz persönlichen Stück werden, das durch die Bearbeitung mit der Energie der Hexe aufgeladen ist. Verzierungen und Muster können nach eigenem Belieben und Geschmack ausgewählt werden:

Runen oder magische Zeichen: Die Kontur wird in die Rinde geschnitten. Anschliessend hebt man vorsichtig das ausgeschnittene Rindenstück ab. Entsprechend verfährt man bei einem bereits entrindeten Stück mit der oberen Holzschicht. Wer möchte, kann die freie Stelle noch mit Farbe füllen.

Edelsteine: Man bohrt eine der Kontur des Steines entsprechende Vertiefung in den Stab und klebt den Stein mit Zwei-Komponenten-(Epoxydharz-)Kleber in die Vertiefung ein. Vorher muß der Stein an der Klebestelle unbedingt mit feinem Schmirgel aufgerauht werden!

Federn, Fell u.ä.: Sie werden am besten mit einem (roten) Band am Stab festgebunden.

Die Spitze:Spitze anfertigen Bergkristall gilt als energieziehend und -leitend, er zieht die Kraft aus der Umgebung und leitet sie über den Stab in die Hexe. Hierzu eignet sich vorzüglich eine Kristallspitze, die im Durchmesser kleiner als der Stab sein sollte. Dazu bohrt man ein Loch in die Spitze des Stabes und versieht die Bohrung mit zwei zusätzlichen gegenüber liegenden Schlitzen. Man klebt die Kristallspitze in die Bohrung (siehe oben unter »Edelsteine«!). Danach umwickelt man den Stab sorgfältig mit Silberdraht. Der Draht sollte so stramm sein, daß er die Schlitze im Holz zusammendrückt und der Kristallspitze zusätzlichen Halt verleiht. Man kann auch einen Tannenzapfen oder eine große Nuß (z.B. Walnuß) anbohren und auf den Stab kleben. Wer es mag, kann dazu auch einen kleinen Tierschädel verwenden. Im Grunde kann man alles nehmen, was man in der Natur findet.

Je nach Verwendungszweck, Tradition und Geschmack wird der Stab, um ihn leitfähiger zu machen, mit Metalldraht verstärkt. Bei einem markhaltigen Ast (Holunder, Haselnuß) durchstößt man das Mark der Länge nach mit einem heißen Kupferdraht, ohne ihn dabei zu spalten. Der Draht verbleibt danach in dem so entstandenen Kanal. Kann man den Stab nicht durchstoßen, ist es genauso wirksam, den Stab spiralig mit Draht zu umwickeln. Hierbei verwenden manche Traditionen auch zweierlei Metallsorten: An der Spitze Eisen für Mars, am unteren Ende Kupfer für Venus. Die Drähte werden an der Stabmitte verbunden, indem man sie auf der Länge einer Windung miteinander verdrillt.

Wer genug Zeit hat, bearbeitet den Stab während die Sonne in einem astrologischen Feuerzeichen steht und dann auch nur bei Tageslicht. Man kann zum Abschluß auch ein kleines Symbol, das zu einem selbst eine Beziehung hat, einritzen und mit dem eigenen Blut färben. Dadurch entsteht eine besonders enge Verbindung zu dem Werkzeug.
 
Wichtig:
Das so entstandene Werkzeug kann mit noch so großem Einsatz und noch so großer Mühe hergestellt sein, es bleibt aber trotz allem im Ritual wirkungslos, wenn es nicht vorher geweiht und energetisiert wurde. Siehe dazu auch den letzten Abschnitt unserer Seite über das Hexenwerkzeug.

 


 

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